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Räuber in der Waldorfschule: Ronja Räubertochter begeistert in Biberach

Viermal spielte die achte Klasse der Waldorfschule vor vollem Haus. Gegeben wurde „Ronja Räubertochter“ von Astrid Lindgren in einer Bühnenfassung von Christian Schönfelder. Bühne und Aula hatten sich in eine veritable Räuberburg nebst Höllenschlund und Wald verwandelt. Mit viel Liebe zum Detail hatten Schülerinnen und Schüler die Kostüme für die Rumpelwichte und Graugnome, Dunkeltrolle und Wilddruden gefertigt.  

Ronja Räubertochter Aufführung
Foto: Christoph Behm

Es donnert und die Räuber tanzen auf ihrer Burg und feiern die neugeborene Räubertochter, während im Off die Wilddruden kreischen.

Wer das Stück sehen wollte und eine Karte ergattern konnte, musste sich in die Tiefen der Burgkerker wagen. Hautnah, teils geängstigt und gerührt, durchlebte das Publikum von dort aus Freudentaumel, Krieg, Angriffe dunkler Waldbewohner und Versöhnung. So ist diese bekannte Erzählung noch in unserer Zeit aktuell. Konflikte, von Misstrauen und Vorurteilen geprägt, scheinen unüberwindlich. Mit offenem Herz, Toleranz und Mut lassen sich Gräben (wortwörtlich) überwinden.

Zwar studieren Waldorfschülerinnen und Waldorfschüler bereits ab der ersten Klasse verschiedene Stücke ein. Jedes Schuljahr ergibt sich die eine oder andere Gelegenheit, etwas vor Publikum darzubieten. Das große Theaterstück, welches jede achte Klasse öffentlich aufführt, ist trotzdem immer wieder ein Höhepunkt der schulischen Laufbahn. 

Das Einnehmen unterschiedlicher Positionen lässt die Schülerinnen und Schüler Empathie und Selbstreflexion erfahren. In der Klassengemeinschaft werden ästhetische Wege der Darstellung gefunden. Theaterspiel ist ein fester Bestandteil des Lehrplans. Nicht zuletzt darum wurde die Waldorfschule Biberach in das Landesprogramm Kulturschulen aufgenommen. 

Für die großen Theaterstücke der Klassen acht und zwölf werden regelmäßig professionelle Theaterpädagoginnen und Theaterpädagogen engagiert, die die Schülerinnen und Schüler in ihrer künstlerischen Entwicklung begleiten. Die Regie der Inszenierung von „Ronja Räubertochter“ übernahm Nicole Pengler.

Text: Hui-Tjhin Bieg | Foto: Christoph Behm